Die von Rosenau zu Landshut

Eine turbulente Komödie von Iris Minder

Kunibert von Rosenau ist Graf und unter der Fuchtel seiner Schwester Rosalinde, die alle Kraft darauf verwendet, Contenance und das gräfliche Erbe der Blutreinheit zu bewahren.


Allerdings zeigt sich im Laufe der Geschichte, dass dies vergebliche Liebesmühe ist. Ihr Bruder hat eine Beziehung zu einer Bürgerlichen, ihr Neffe liebt die Rosengärtnerin, der eigene Butler macht ihr schöne Augen, es tauchen uneheliche Kinder auf, das Dienstmädchen bringt einiges durcheinander und zu guter Letzt kommt noch die preussisch strenge Tante Rosanna mit ihrem Butler zu Besuch. Wird Gräfin Rosalinde die Ehre und Würde der Familie derer von Rosenau zu Landshut aufrechterhalten können? Eine Überraschung nach der anderen kommt auf sie und die Zuschauer zu.

Eines sei jetzt schon verraten. Es gibt ein Happy End.

Diese spannende und gefühlsvolle Handlung wird jedoch immer wieder unterbrochen. Entweder erscheinen die Bühnenbildner nicht oder die Statisten lassen die Tragbahre fallen. Die Maskenbildnerin unterbricht, weil sie nicht weiss, wie viel Blut sie für die Verletzungen nehmen muss, die Spielenden zanken untereinander oder der Tontechniker spielt die falsche Melodie ein. So entsteht ein spannender, turbulenter und fröhlicher Theaterabend.

Ein typisches Theater-im-Theater-Stück

Auf der einen Seite kann man sich in die Liebesgeschichten derer von Rosenau zu Landshut einfühlen. Auf der anderen Seite nimmt man an den Schwierigkeiten teil, die in einer Theatergruppe entstehen können.

Die Komödie «Die von Rosenau zu Landshut» ist eine Persiflage auf gewisse Kitschromane und auf die Freuden und Leiden einer Laientheaterbühne.

Übrigens: Eine der ersten Theater-im-Theater-Szene findet man bei Shakespeare im «Sommernachtstraum», später in «Die Ratten» von Gerhart Hauptmann. Weitherum bekannt ist auch «Der nackte Wahnsinn» von Michael Frayn.